Klemme feiert Doppelsieg bei den Internationale Meisterschaften - Pechvogel Schübbe
Ein entscheidender Sturz, ein nachgemeldeter Sieger und ein packendes Derny-Rennen. Die 37. Internationale Meisterschaft von Dortmund hatte den zahlreichen Radsportfans an der Strecke in Hombruch viel zu bieten.
Für den Sieger Dennis Klemme vom SC Wiedenbrück galt die Regel: Wer die erste und letzte Wertung gewinnt, darf sich auch über den Gesamtsieg freuen. Das geteilte Rennen sah in Klemme einen fleißigen Punktesammler. Im Kriterium holte sich der Wiedenbrücker bei sechs von sieben Wertungen Punkte, wobei er dreimal als erster einfuhr.
Klemme: Beide Rennen liefen optimal"
Im anschließenden Derny-Rennen wurde dem späteren Sieger mit Gerd Gessler einer der erfahrensten Schrittmacher zugeteilt. Diesen Vorteil konnte der Klemme nutzen und sich auch zum Abschluss die meisten Punkte holen. Klemme nach dem Rennen: „Ich bin sehr zufrieden und hatte sicher auch mit Schrittmacher Gessler die beste Zugmaschine. Beide Rennen liefen optimal für mich.“
Nicht so toll lief es für den Drittplatzierten aus Brackel und Führenden in der Ernst-Clausmeyer-Trophäe. Patrick Bercz hatte nach dem Erfolg vom Samstag nachgemeldet und sich auch Chancen ausgerechnet: „Ich will mein Trikot auf jeden Fall verteidigen und auch auf dem Treppchen stehen,“ meinte der Fahrer vom Team Stevens Stone Bochum. Das Trikot musste Bercz zwar nicht abgeben, doch mit dem „Treppchen“ hat es dann doch nicht geklappt. Nach beiden Rennen langte es nur zu Platz sechs.
Starker Ralf Kummerer
Auch vom Sieger aus Brackel, Tim Klessa aus Hürtgenwald, kam für das Rennen in Hombruch eine Nachmeldung. Klessa hatte zwar mit dem fünften Platz im Kriterium den Startplatz für das Derny sicher, konnte aber aus terminlichen Gründen nicht starten. Sein Vereinskollege Sebastian Flaskamp nahm den Startplatz ein, blieb aber mit null Punkten erfolglos.

Der große Pechvogel aber war Christoph Schübbe vom Ausrichter „Sturm“ Hombruch, der nach einem frühen Sturz nicht mit voller Kraft weiter fahren konnte. Sicher wäre mehr als Platz zehn möglich gewesen. Erfreulich aus Dortmunder Sicht dagegen der starke zweite Platz in der C-Klasse von Ralf Kummerer (RSV Dortmund Nord). Sein Teamkollege Jochen Noll belegte bei den Senioren Rang vier. Bei den Junioren U 19 verpasste der Hombrucher Florian Fischer als Vierter nur knapp das Treppchen.
Dennis Klemme in jeder Beziehung der Beste
Am Ende waren alle Beteiligten zufrieden bei der 37. Auflage der Internationalen Meisterschaft von Dortmund um den Preis der Sparkasse Dortmund. Die Fans, die Fahrer, die Sponsoren und natürlich die Hombrucher Organisatoren. „Alles hat gestimmt, nicht nur die überwältigende Zuschauerresonanz“, kommentierte Sturm-Chef Andreas Schulz den Sieg des Wiedenbrückers Dennis Klemme. Lokalmatador Christoph Schübbe erkämpfte sich einen starken zehnten Rang.
Und dennoch: Schübbe, das hoffnungsvolle Hombrucher Talent, war wohl der Pechvogel der Veranstaltung. Im Kriterium war der 19-Jährige gestürzt. Nicht schwer, aber Rad und Helm waren ziemlich demoliert. An eine Platzierung unter den ersten Acht, die für die Qualifikation für das Derny-Rennen erforderlich war, war unter diesen Umständen natürlich nicht zu denken.
Mit der Entscheidung im Kriterium hatte Schübbe natürlich nichts zu tun. Die schnellsten Beine hatte der spätere Gesamtsieger Dennis Klemme. 22 Punkte hatte der Wiedenbrücker gesammelt, 16 Zähler gingen an den Holländer Joost van Weerd, 13 Punkte an den Tschechen Tomas Hruby. Im finalen Derny-Rennen ließ Klemme dann aber nichts anbrennen. Er siegte souverän vor Hruby und van Weerd, der dadurch auf Platz drei zurück fiel, während der Gast aus Prag Zweiter wurde.
Und Christoph Schübbe? Dank der Wildcard des Veranstalters konnte der Hombrucher im Derny-Rennen starten und wurde dort Zehnter. Man muss ihm zu dabei zugute halten, dass er stark gehandicapt war durch seinen Sturz im Kriterium. „Etwas enttäuscht bin ich schon, ich wollte mich unbedingt selbst für das Derny-Rennen qualifizieren“, sagte Schübbe.
In der C-Klasse fuhr Ralf Kummerer (RSV Nord) auf Platz zwei hinter Erik Fischer (Blitz Spich). Christian Kemper (RV Sturmvogel) und Gabor Klung (Sturm Hombruch) komplettierten die gute Vorstellung.
Bei den Senioren wurde Jochen Noll (RSV Nord) Fünfter hinter Sieger Ingo Söder. In den gab’s sogar einen Dortmunder Sieg. Justin Wolf, lange Jahre in Hombruch Sturm-Mitglied, setzte sich in der U 19 durch. Allerdings vertrat er die Farben seines Clubs RSV Unna. Hoffnung machten aber hier die Hombrucher Erfolge durch Florian Fischer (5.) und Andre Laudanski (9.). Hoffnung machte auch der Auftritt eines jungen Lütgendortmunders. Tim Funk wurde in der U 13 Siebter. Einem Verein gehört er aber nicht an, sondern der RSG Heinrich-Böll-Gesamtschule.

Das Erfolgsrezept klingt ganz simpel. „Immer wenn’s knattert, dann sind die Zuschauer da“, spricht Manfred Schmadtke, der Ehrenvorsitzende des RuMC Sturm Hombruch Klartext. Die Lautstärke kommt durch die Dernys, die auch am Sonntag bei der 37. Auflage der Internationalen Meisterschaft von Dortmund im Mittelpunkt stehen.
Was natürlich nicht so ganz stimmt. Die Dernys, das sind diese kleinen Motorräder, auf denen der sogenannte Schrittmacher stets mittreten muss, sind wichtig. Noch wichtiger aber sind naturgemäß die Sportler. Allen voran der Hombrucher Lokalmatador Christoph Schübbe. Der junge Mann, gerade erst 19 Jahre alt, gilt als Hoffnungsträger für den Dortmunder Amateur-Radsport. Im Vorjahr noch bei den Junioren, schlug er sich in diesem Jahr ziemlich klasse. Innerhalb von einem halben Jahr stieg er von der C- in die A-Klasse auf, fährt damit also in der höchsten deutschen Amateur-Klasse.
Natürlich möchte Schübbe auch bei seinem Heimrennen glänzen. Um aber beim abschließenden Derny-Rennen überhaupt dabei zu sein, muss er sich im vorangehenden Kriterium qualifizieren. Acht Fahrer kommen weiter, drei weitere darf der Veranstalter nach seiner Wahl benennen. Für Schübbe sollte also in jedem Fall Platz vorhanden sein. Unter den Schrittmachern sind mit Lars und Thorsten Rellensmann sowie Gerd Funk gleich drei Dortmunder Ex-Radsportler.
Der Blick auf die Siegerliste vergangener Tag zeigt die Attrativität dieses Tradiditonsrennens, das sich optimal mit dem gleichzeitig stattfindenden Hombrucher Straßenfest ergänzt. Klangvolle Namen wie Erik Zabel, Bernd Gröne, Rudi Kemna oder Andreas Beikirch (Rekordsieger mit fünf Erfolgen) eroberten die Hombrucher Fans im Sturm. In den Anfangsjahren - damals noch als Stadtmeisterschaft - gewannen Männer wie Ernst Claußmeyer, Hans-Martin Bautz, Winfried Bölke oder Willi Kamp, der 50 Jahre nach seinem Erfolg 1959 heute als Sponsor für die Hombrucher auftritt.
In diesem Jahr heißen die Favoriten Florian Schweter oder Sebastian Flaskamp, die Sieger der beiden letzten Austragungen. Dazu kommt ein Team von Sparta Prag und die Jungs vom SC Wiedenbrück mit den Gebrüdern Klemme.
Stark vertreten sind die Hombrucher auch in den restlichen Klassen. Besonders bei den U 19-Junioren, wo ein Quartett unter Führung von Andre Laudanski und Florian Fischer antritt. Gefahren wird auf dem bewährten 850 m-Rundkurs mit Start/Ziel auf der Harkortstraße.

37. Internationale Meisterschaft: Schrittmacher auf Zugpferden
Christoph Schübbe ist stolz. Das sieht man ihm an, wie er da auf seinem Stuhl sitzt und seine Rennergebnisse der letzten Monate aufzählt – und er darf es auch sein. Denn seine Erfolge sind beachtlich.Der 19-Jährige vom ausrichtenden Rad- und Motor-Club „Sturm“ Hombruch stieg in Rekordzeit von der C- in die A-Klasse der Amateur-Radsportler auf und startet am Sonntag bei der 37. Internationalen Meisterschaft von Dortmund erstmals im Hauptrennen (13.50 Uhr) der Hombrucher Traditionsveranstaltung.
"Höhepunkt meiner Karriere"
„Das wird der Höhepunkt meiner Karriere", sagt Schübbe, „ich hoffe, dass ich es unter die ersten acht Fahrer schaffe und anschließend noch im Derny-Rennen starten darf." Das Derny-Rennen (16.45 Uhr), bei dem die Radrennfahrer hinter einem Schrittmacher auf einem Leichtmotorrad herfahren, ist auch in diesem Jahr der temporeiche Höhepunkt der Veranstaltung.
Mit Spitzengeschwindigkeiten von 60 Kilometern pro Stunde werden die Fahrer dann über den 850 Meter langen Rundkurs jagen.
„Da gibt es in jeder Sekunde reichlich Action", meint Manfred Schmadtke, der „Sturm“-Ehrenvorsitzende. Und auch der aktuelle „Sturm"-Vorsitzende und Renn-Gesamtleiter Andreas Schulz setzt voll auf die Publikumszugkraft des beliebten Derny-Rennens: „Wenn es knattert, dann kommen die Leute."
Hoffen auf gutes Wetter
Die Nähe zum Hombrucher Stadtteilfest, das ebenfalls am Sonntag stattfindet, soll ihr übrigens dazu tun. Genau wie das Wetter, das der Tempojagd nicht im Wege stehen soll. „Denn", so Schulz, „sonst wird es gefährlich."
